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Ta­rif­li­che Ren­ten­al­ter­sklau­sel in der Re­gel zu­läs­sig

Zwangs­pen­sio­nie­rung bei der Ham­bur­ger Hoch­bahn wirk­sam: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 22.02.2011, 4 Sa 76/10
04.04.2011. Ta­rif­ver­trä­ge, nach de­nen Ar­beits­ver­hält­nis­se mit dem Ren­ten­al­ter oh­ne Kün­di­gung en­den, wer­den von der ak­tu­el­len Recht­spre­chung we­ni­ger ge­nau über­prüft als noch vor zwei Jah­ren. Die schlag­wort­ar­ti­ge "Be­grün­dung" sol­cher al­ters­be­ding­ter Schlech­ter­stel­lun­gen mit der För­de­rung des "Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sels" ge­nügt, da­mit die Ge­rich­te sie als ge­recht­fer­tigt an­se­hen - und da­mit nicht als ver­bo­te­ne Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung.

Mit­te 2010 be­wer­te­te das Ar­beits­ge­richt Ham­burg ei­ne für die Ham­bur­ger Hoch­bahn gel­ten­de ta­rif­li­che Ren­ten­al­ter­sklau­sel als nicht aus­rei­chend be­grün­det und gab da­her der ge­gen die Zwangs­pen­sio­nie­rung ge­rich­te­ten Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ei­nes Hal­te­stel­len­wär­ters statt (Ur­teil vom 26.07.2010, 22 Ca 33/10). Nun­mehr hat­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Ham­burg als Be­ru­fungs­in­stanz die Wirk­sam­keit die­ser ta­rif­li­chen Ren­ten­al­ter­sklau­sel zu über­prü­fen (Ur­teil vom 22.02.2011, 4 Sa 76/10).

Ein 65jähriger Hal­te­stel­len­wär­ter hat­te ge­gen sei­ne Zwangs­pen­sio­nie­rung ge­klagt, weil er wei­ter ar­bei­ten woll­te. Die strei­ti­ge Ta­rif­re­ge­lung wur­de mit va­gen Zie­len wie "Re­du­zie­rung der Ar­beits­lo­sig­keit" und "Be­schäf­ti­gungs­ver­tei­lung zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen" be­grün­det. Dem LAG ge­nüg­te dies. Es gab da­her dem Ar­beit­ge­ber, der Ham­bur­ger Hoch­bahn recht und be­rief sich da­bei auf die ak­tu­el­le Recht­spre­chung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­ho­fes (EuGH) und auf den wei­ten Er­mes­sens­spiel­raum der Ta­rif­part­ner.

Fa­zit: Nach dem Ur­teil des EuGH vom 12.10.2010 (C-45/09 - Ro­sen­bladt) sind die meis­ten Ge­rich­te von der Zu­läs­sig­keit ta­rif­li­cher Zwangs­pen­sio­nie­run­gen über­zeugt, so auch das LAG Ham­burg. Auch wenn ei­ne Zwangs­pen­sio­nie­rung an sich rech­tens ist, stellt sich aber die Fra­ge ei­nes Wie­der­ein­stel­lungs­rechts bei Stel­len­neu­be­set­zung, wie das Ar­beits­ge­richt Ham­burg zu­letzt im Ro­sen­bladt-Fall be­ton­te (Ur­teil vom 25.01.2011, 21 Ca 235/08). Kla­gen ge­gen Zwangs­pen­sio­nie­run­gen kön­nen da­her Er­folg ha­ben.

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Letzte Überarbeitung: 1. Juli 2016

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