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Ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung, Mi­ni­job

In­for­ma­tio­nen zum The­ma Ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung, Mi­ni­job: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht

Le­sen Sie hier, wann ei­ne Be­schäf­ti­gung ge­ring­fü­gig ist, wel­che Steu­ern und So­zi­al­ab­ga­ben für Mi­ni­job­ber ab­zu­füh­ren sind und wel­che Rech­te sie ha­ben.

Im Ein­zel­nen fin­den Sie In­for­ma­tio­nen da­zu, wann ein Mi­ni­job mit an­de­ren Ar­beits­ver­hält­nis­sen zu­sam­men­zu­rech­nen ist und wann nicht, wel­che Ab­ga­ben bei Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen in der Gleit­zo­ne zu ent­rich­ten sind und wie die Auf­sto­ckung des Ren­ten­bei­trags funk­tio­niert.

Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se zum An­spruch von ge­ring­fü­gig be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mern auf Ur­laub und auf Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall ha­ben so­wie zum Kün­di­gungs­schutz von Mi­ni­job­bern.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Wann ist eine Beschäftigung geringfügig?

Nach § 8 Abs.1 Vier­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB IV) ist ei­ne Beschäfti­gung in fol­gen­den Fällen ge­ringfügig:

Ers­tens: Ent­gelt­ge­ringfügig­keit bzw. dau­er­haft ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung liegt bei ei­nem Ein­kom­men vor, das re­gelmäßig pro Mo­nat 450,00 EUR nicht über­steigt. "Re­gelmäßig" heißt, dass es auf den Mo­nats­durch­schnitt an­kommt. Der Mo­nats­lohn kann al­so auch ein­mal über 450,00 EUR lie­gen, wenn im ge­sam­ten Jahr die Höchst­gren­ze von (12 x 450,00 =) 5.400,00 EUR nicht über­schrit­ten wird. Bis En­de 2012 lag die­se Lohn­gren­ze bei 400,00 EUR mo­nat­lich. Auf die An­zahl der wöchent­li­chen Ar­beits­stun­den kommt es seit 2003 nicht mehr an.

Zwei­tens: Zeit­ge­ringfügig­keit oder Kurz­frist­beschäfti­gung heißt, dass die Beschäfti­gung in­ner­halb ei­nes Ka­len­der­jah­res auf längs­tens zwei Mo­na­te oder 50 Ar­beits­ta­ge be­grenzt ist. Hier gilt die Ver­dienst­gren­ze von 450,00 EUR pro Mo­nat im All­ge­mei­nen nicht, d.h. sie gilt nur dann, wenn die­se Form der ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung "be­rufsmäßig" aus­geübt wird.

Außer­dem gibt es seit 2003 die ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung in Pri­vat­haus­hal­ten als Son­der­form der ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung. Auch hier gilt die 450,00-EU­RO-Gren­ze wie bei der Ent­gelt­ge­ringfügig­keit (§ 8a SGB IV). Die we­sent­li­che Be­son­der­heit von Mi­ni­jobs in Pri­vat­haus­hal­ten be­steht dar­in, dass sie in noch ge­rin­ge­rem Um­fang mit Steu­ern und So­zi­al­ab­ga­ben be­las­tet wer­den als nor­ma­le Mi­ni­jobs.

Was ist bei der Zusammenrechnung von Minijobs zu beachten?

Meh­re­re ge­ringfügi­ge Beschäfti­gun­gen wer­den zu­sam­men­ge­rech­net, so dass zwei Mi­ni­jobs zu­sam­men­ge­nom­men ei­ne "ganz nor­ma­le" Beschäfti­gung er­ge­ben können, falls das Ein­kom­men aus bei­den Mi­ni­jobs zu­sam­men mehr als 450,00 EUR im Mo­nat beträgt.

Ei­ne Aus­nah­me gilt, wenn ein Ar­beit­neh­mer

  • ei­ne oder meh­re­re nicht ge­ringfügi­ge, d.h. ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäfti­gung(en) und
  • ma­xi­mal ei­ne ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber ausübt.

Dann wer­den Mi­ni­job und ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäfti­gung nicht zu­sam­men­ge­rech­net.

BEISPIEL: Ei­ne Ar­beit­neh­me­rin hat ei­ne Haupt­beschäfti­gung als Büro­aus­hil­fe für 1.200,00 EUR im Mo­nat und tritt bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber ei­ne Rei­ni­gungs­stel­le für 350,00 EUR im Mo­nat an. Die Haupt­beschäfti­gung und der Mi­ni­job wer­den nicht zu­sam­men­ge­rech­net, da ei­ne Haupt­beschäfti­gung und ma­xi­mal ein Mi­ni­job bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber nicht zu­sam­men­ge­rech­net wer­den.

Die ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Tätig­keit und der Mi­ni­job können al­ler­dings nicht bei dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber aus­geübt wer­den. Denn wer mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber zwei Ar­beits­verträge hat, steht trotz­dem bei die­sem Ar­beit­ge­ber nur in ei­nem (ein­heit­li­chen) Beschäfti­gungs­verhält­nis.

Haben Minijobber Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall?

Ja, ge­ringfügig Beschäftig­te ha­ben die glei­chen ar­beits­ver­trag­li­chen Rech­te wie voll­zei­tig beschäftig­te Ar­beit­neh­mer.

Da­her ha­ben sie An­spruch auf be­zahl­ten Er­ho­lungs­ur­laub für die Dau­er von min­des­tens vier Wo­chen pro Jahr so­wie auf Ent­gelt­fort­zah­lung in Fällen krank­heits­be­ding­ter Ar­beits­unfähig­keit.

Genießen Minijobber Kündigungsschutz?

Ja, so­wohl das Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) als auch an­de­re Ge­set­ze und Ta­rif­verträge, die Kündi­gungs­be­schränkun­gen en­hal­ten, sind eben­so auf Mi­ni­job­ber wie auf Voll­zeit­kräfte an­wend­bar.

Unterliegen Minijobber der Versicherungspflicht in der Sozialversicherung?

Wer ge­ringfügig beschäftigt ist, ist im All­ge­mei­nen mit die­ser Beschäfti­gung in der So­zi­al­ver­si­che­rung ver­si­che­rungs­frei.

Es be­steht da­her we­gen ei­ner ge­ringfügig aus­geübten Beschäfti­gung kei­ne Ver­si­che­rungs­pflicht

  • in der ge­setz­li­chen Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung,
  • in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und
  • in der ge­setz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung.

Da­ge­gen be­steht seit An­fang 2013 Bei­trags­pflicht zur ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, von der sich Mi­ni­job­ber al­ler­dings be­frei­en las­sen können. Da das ver­si­cher­te Ein­kom­men, d.h. das Ge­halt aus dem Mi­ni­job, oh­ne­hin ge­ring ist, loh­nen sich Ren­ten­beiträge für die meis­ten Mi­ni­job­ber nicht. Da­her las­sen sich die meis­ten ge­ringfügig Beschäftig­ten von der Ren­ten­bei­trags­pflicht be­frei­en.

Der An­trag ist schrift­lich zu stel­len und beim Ar­beit­ge­ber ab­zu­ge­ben, der ihn an die Mi­ni­job­zen­tra­le wei­ter­lei­ten muss. Wi­der­spricht die Mi­ni­job­zen­tra­le dem An­trag nicht in­ner­halb ei­nes Mo­nats, ist der Be­frei­ungs­an­trag ge­neh­migt, d.h. oh­ne ge­son­der­ten Be­frei­ungs­be­scheid.

Lässt sich der Ar­beit­neh­mer nicht von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht be­frei­en, muss er zu den vom Ar­beit­ge­ber in je­dem Fall ab­zuführen­den 15 Pro­zent Ren­ten­bei­trag ei­nen ei­ge­nen Bei­trag von 3,9 Pro­zent drauf­le­gen, der ihm vom Lohn ab­ge­zo­gen wird.

Ei­ne wei­te­re Aus­nah­me von der Ver­si­che­rungs­frei­heit in der So­zi­al­ver­si­che­rung gilt für die Un­fall­ver­si­che­rung, an die der Ar­beit­ge­ber auch für ge­ringfügig Beschäftig­te die nor­ma­len Beiträge abführen muss. Aus­zu­bil­den­de sind im­mer, d.h. auch dann, wenn sie nicht mehr als 450,00 EUR im Mo­nat ver­die­nen, ver­si­che­rungs­pflich­tig.

Wie ist das Einkommen aus einer geringfügigen Beschäftigung zu versteuern?

Das Ein­kom­men aus ei­nem Mi­ni­job ist nicht steu­er­frei, kann aber im Re­gel­fall pau­schal mit ei­nem sym­bo­lisch ge­rin­gen Steu­er­satz von zwei Pro­zent ver­steu­ert wer­den. Und die­se zwei Pro­zent zahlt übli­cher­wei­se der Ar­beit­ge­ber, d.h. der Ar­beit­neh­mer sieht kei­nen Lohn­steu­er­ab­zug auf sei­ner Lohn­ab­rech­nung.

Wird der Ar­beits­lohn aus ei­ner ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung pau­schal ver­steu­ert, ist das The­ma Steu­ern er­le­digt, d.h. der Ar­beit­neh­mer muss sei­nen Mi­ni­job-Lohn auch dann nicht zusätz­lich ver­steu­ern, wenn er da­ne­ben noch an­de­re Einkünf­te er­zielt.

Wie hoch sind Abgaben und Steuern bei Entgeltgeringfügigkeit?

Ob­wohl Mi­ni­jobs in der So­zi­al­ver­si­che­rung weit­ge­hend ver­si­che­rungs­frei sind, muss der Ar­beit­ge­ber trotz­dem fol­gen­de Pau­schalbeiträge zur Kran­ken­ver­si­che­rung und zur Ren­ten­ver­si­che­rung abführen:

Bei Ent­gelt­ge­ringfügig­keit müssen Ar­beit­ge­ber seit 2006 pau­schal fol­gen­de So­zi­al­ab­ga­ben und Steu­ern en­rich­ten:

  • 13 Pro­zent Pau­schalbei­trag zur Kran­ken­ver­si­che­rung (die­se Pau­scha­le ist nicht für pri­vat kran­ken­ver­si­cher­te Mi­ni­job­bern zu ent­rich­ten)
  • 15 Pro­zent Pau­schalbei­trag zur Ren­ten­ver­si­che­rung
  • 2 Pro­zent Pau­scha­le für Lohn­steu­er, Kir­chen­steu­er und So­li­da­ritäts­zu­schlag
  • Sum­me = 30 Pro­zent pau­scha­le So­zi­al­beiträge und pau­scha­le Steu­er

Den pau­scha­len Bei­trag zur Ren­ten­ver­si­che­rung von 15 Pro­zent muss der Ar­beit­ge­ber auch dann abführen, wenn sich der Ar­beit­neh­mer durch ei­nen ent­spre­chen­den An­trag von der Bei­trags­pflicht zur Ren­ten­ver­si­che­rung be­frei­en lässt.

Für die pau­scha­len Beiträge des Ar­beit­ge­bers zur Kran­ken- und zur Ren­ten­ver­si­che­rung er­wer­ben Ar­beit­neh­mer im All­ge­mei­nen kei­ne Leis­tungs­ansprüche. Auch Leis­tun­gen der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung können sie nicht ver­lan­gen (zu die­ser Ver­si­che­rung wer­den oh­ne­hin kei­ne Beiträge ent­rich­tet, auch nicht in pau­scha­li­sier­ter Form).

Die Pflicht zur Pau­schal­ab­ga­be an die Kran­ken­ver­si­che­rung setzt vor­aus, dass der Ar­beit­neh­mer aus an­de­ren Gründen schon Mit­glied der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ist. Da­her entfällt die Pau­schal­ab­ga­be von 13 Pro­zent, wenn der Ar­beit­neh­mer zum Bei­spiel im Haupt­be­ruf Be­am­ter oder Selbständi­ger ist und da­her nicht ge­setz­lich kran­ken­ver­si­chert bzw. pri­vat kran­ken­ver­si­chert ist.

Über die­se 30 Pro­zent pau­scha­le So­zi­al­beiträge und Steu­er hin­aus müssen Ar­beit­ge­ber auch die In­sol­venz­geld­um­la­ge so­wie die Um­la­gen nach dem Mut­ter­schutz- und dem Lohn­fort­zah­lungs­ge­setz be­zah­len so­wie den Bei­trag zur ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung.

Zu der Be­las­tung des Ar­beit­ge­bers von 30 Pro­zent kom­men da­her die drei Um­la­gen U1 (Auf­wen­dun­gen für Ent­gelt­fort­zah­lung bei Krank­heit - nur in Be­trie­ben bis zu 30 Ar­beit­neh­mern), U2 (Mut­ter­schutz­auf­wen­dun­gen) und U3 (In­sol­venz­geld­um­la­ge). Sie be­tra­gen

  • 0,70 Pro­zent - Um­la­ge U1 (Krank­heit)
  • 0,14 Pro­zent - Um­la­ge U2 (Mut­ter­schutz)
  • 0,15 Pro­zent - Um­la­ge U3 (In­sol­venz­geld­um­la­ge)
  • Sum­me = 0,99 Pro­zent Um­la­gen

In Sum­me be­lau­fen sich die vom Ar­beit­ge­ber auf­zu­wen­den­den Lohn­ne­ben­kos­ten für ei­nen "nor­ma­len", d.h. nicht pri­vat kran­ken­ver­si­cher­ten Mi­ni­job­ber auf 30,99 Pro­zent des Lohns. Bei pri­vat kran­ken­ver­si­cher­ten Mi­ni­job­bern be­tra­gen die Lohn­ne­ben­kos­ten 17,99 Pro­zent, da hier die 13 Pro­zent Pau­schalbei­trag zur Kran­ken­ver­si­che­rung ent­fal­len.

Hin­zu kom­men wie erwähnt an­tei­li­ge Beiträge zur ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung, die der Ar­beit­ge­ber an die Be­rufs­ge­nos­sen­schaft ent­rich­ten muss. Auch die­se Be­las­tung trifft den Ar­beit­ge­ber im Fal­le ei­nes Mi­ni­jobs in glei­cher Wei­se wie bei re­gulär so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Beschäfti­gung.

Ih­ren Lohn er­hal­ten ge­ringfügig Beschäftig­te im All­ge­mei­nen "brut­to gleich net­to", d.h. wer ei­nen Mi­ni­job für 450,00 EUR im Mo­nat ausübt, erhält 450,00 EUR net­to aus­be­zahlt.

Es be­steht al­ler­dings die Möglich­keit, die vom Ar­beit­ge­ber ab­zuführen­de zwei­pro­zen­ti­ge Steu­er­pau­scha­le auf der Grund­la­ge ei­ner be­son­de­ren Ver­ein­ba­rung auf den Ar­beit­neh­mer ab­zuwälzen. Von die­ser Möglich­keit ma­chen Ar­beit­ge­ber in der Re­gel kei­nen Ge­brauch.

Wie hoch sind Abgaben und Steuern bei Zeitgeringfügigkeit?

Bei ei­ner ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung in Form der kurz­zei­ti­gen Beschäfti­gung (Zeit­ge­ringfügig­keit) muss der Ar­beit­ge­ber kei­ne Pau­schal­ab­ga­ben zur Ren­ten- und zur Kran­ken­ver­si­che­rung abführen, wenn der Ar­beit­neh­mer kei­ne an­de­ren Jobs hat und bis ma­xi­mal zwei Mo­na­te oder 50 Ta­ge im Jahr "zeit­ge­ringfügig" beschäftigt ist.

Dies er­gibt sich aus § 172 Abs.3 SGB VI und aus § 249b SGB V, die ei­ne Pflicht zur Abführung von Pau­schalbeiträgen nur für den Fall der Ent­gelt­ge­ringfügig­keit an­ord­nen. Auch bei der Zeit­ge­ringfügig­keit sind aber die Um­la­gen U1, U2 und U3 ab­zuführen.

Al­ler­dings muss der Ar­beit­ge­ber für den Mi­ni­job­ber bei der Kurz­frist­beschäfti­gung Lohn­steu­er abführen, die er, falls die Vor­aus­set­zun­gen von § 40a EStG vor­lie­gen, pau­scha­lie­ren kann. Das be­deu­tet, dass der Ar­beit­ge­ber die Lohn­steu­er je nach Fall­kon­stel­la­ti­on pau­schal in Höhe von 25 Pro­zent oder in Höhe von 20 Pro­zent abführen kann.

Vor­aus­set­zung für die Ausübung ei­ner zeit­ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung bzw. für die So­zi­al­ver­si­che­rungs­frei­heit ist, dass der Ar­beit­neh­mer die kurz­zei­ti­ge Beschäfti­gung nicht be­rufsmäßig ausübt. Nicht be­rufsmäßig sind im Nor­mal­fall Schüler und Stu­den­ten tätig.

Wie hoch sind Abgaben und Steuern bei geringfügiger Beschäftigung in Privathaushalten?

Bei ge­ringfügi­ger Beschäfti­gung in Pri­vat­haus­hal­ten wer­den nur 14,44 Pro­zent So­zi­al­ab­ga­ben und Steu­ern fällig, nämlich

  • 2 Pro­zent Pau­scha­le für Lohn­steu­er, Kir­chen­steu­er und So­li­da­ritäts­zu­schlag
  • 5 Pro­zent Pau­schalbei­trag zu Kran­ken­ver­si­che­rung
  • 5 Pro­zent Pau­schalbei­trag zur Ren­ten­ver­si­che­rung
  • 0,70 Pro­zent - Um­la­ge U1 (Krank­heit)
  • 0,14 Pro­zent - Um­la­ge U2 (Mut­ter­schutz)
  • 1,60 Pro­zent Bei­trag zur ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung
  • Sum­me = 14,44 Pro­zent pau­scha­le So­zi­al­beiträge und pau­scha­le Steu­er

Die vom Ar­beit­ge­ber zu tra­gen­den Lohn­ne­ben­kos­ten be­tra­gen da­mit bei der Beschäfti­gung von Mi­ni­job­bern in Pri­vat­haus­hal­ten knapp die Hälf­te der Lohn­ne­ben­kos­ten, die im Nor­mal­fall ei­ner ge­ringfügi­gen Beschäfti­gung in Form der Ent­gelt­ge­ringfügig­keit an­fal­len.

Wie funktioniert die Aufstockung des Rentenbeitrags?

Mi­ni­job­ber, die in Form der Ent­gelt­ge­ringfügig­keit beschäftigt sind, sind seit An­fang 2013 im Prin­zip bei­trags­pflich­tig zur Ren­ten­ver­si­che­rung, können sich aber da­von be­frei­en las­sen.

Las­sen sich Mi­ni­job­ber nicht von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht be­frei­en, müssen sie den Bei­trag von 15 Pro­zent zur Ren­ten­ver­si­che­rung, den ihr Ar­beit­ge­ber trägt, auf ei­ge­ne Kos­ten um (der­zeit) wei­te­re 3,9 Pro­zent auf­sto­cken. Denn das er­gibt zu­sam­men den all­ge­mei­nen Ren­ten­bei­trag von 18,9 Pro­zent, den Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer in ei­nem nor­ma­len ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäfti­gungs­verhält­nis auf­brin­gen müssen.

Bei ei­nem Brut­to­ver­dienst von 450,00 EUR müssen Mi­ni­job­ber al­so 17,55 EUR aus ei­ge­ner Ta­sche drauf­le­gen. Dann wer­den ins­ge­samt 18,9 Pro­zent von dem Brut­to­ver­dienst an die Ren­ten­ver­si­che­rung ab­geführt, d.h. ge­nau so­viel, wie für nor­ma­le Beschäfti­gungs­verhält­nis­se (der­zeit) auch.

Der Vor­teil ei­ner Zu­zah­lung liegt dar­in, daß man zwar wei­ter­hin ge­ringfügig beschäftigt ist, trotz­dem aber wie ein ganz nor­ma­ler Bei­trags­zah­ler Ansprüche auf Leis­tun­gen der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung er­wirbt, die man durch den pau­scha­len Ar­beit­ge­ber­an­teil von 15 Pro­zent nicht er­wer­ben würde.

Außer­dem wer­den die Zei­ten der auf­ge­stock­ten Ren­ten­zah­lun­gen auf die War­te­zei­ten in der Ren­ten­ver­si­che­rung an­ge­rech­net. Wer da­her in sei­nem nor­ma­len Er­werbs­le­ben die all­ge­mein War­te­zeit von fünf Jah­ren noch nicht erfüllt hat, kann dies im Rah­men ei­nes ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Mi­ni­jobs er­rei­chen.

An­de­rer­seits sind die An­wart­schaf­ten, die man durch ei­ne ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung er­wirbt, eben auch sehr ge­ring in­fol­ge des ge­rin­gen Lohns.

Wie wird der Minijob abgerechnet?

Die oben ge­nann­ten pau­scha­len Ab­ga­ben und Steu­ern hat der Ar­beit­ge­ber zu tra­gen. Es han­delt sich hier­bei al­so nicht um Abzüge, die vom Lohn ein­be­hal­ten wer­den. Viel­mehr sind die­se Ab­ga­ben al­lein vom Ar­beit­ge­ber drauf­zu­le­gen.

Für ei­nen Mi­ni­job­ber mit ei­nem Brut­to­ver­dienst von 450,00 EUR, der in Form der Ent­gelt­ge­ringfügig­keit geführt wird, muss der Ar­beit­ge­ber al­so nach der­zei­ti­ger Rechts­la­ge (450,00 x 1,3099=) 589,46 EUR auf­wen­den. Hin­zu kom­men die ein­mal jähr­lich zu ent­rich­ten­den Beiträge zur ge­setz­li­chen Un­fall­ver­si­che­rung.

Die So­zi­al­ab­ga­ben ein­sch­ließlich der Pau­schal­steu­er wer­den für al­le ge­ringfügig Beschäftig­ten an die Mi­ni­job-Zen­tra­le ab­geführt. Die Mi­ni­job-Zen­tra­le ist ei­ne Ab­tei­lung der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Knapp­schaft-Bahn-See. Sie ist seit April 2003 die zuständi­ge Ein­zugs­stel­le für ge­ringfügig beschäftig­te Ar­beit­neh­mer.

Die An­schrift lau­tet:

Wie werden die Sozialabgaben in der Gleitzone berechnet?

Bis März 2003 war die ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung für Ar­beit­ge­ber ris­kant, denn wenn man die ma­xi­ma­len Ver­dienst­gren­zen ausschöpfte, konn­te es in­fol­ge von Son­der­zah­lun­gen (z.B. Über­stun­den, Weih­nachts­geld) da­zu kom­men, dass die­se Ver­dienst­gren­zen über­schrit­ten wur­den, und dann lag ein vollständig so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Beschäfti­gungs­verhält­nis vor.

Das ist seit April 2003 nicht mehr so, denn seit­dem gibt es ei­nen glei­ten­den Über­gang von ge­ringfügi­gen Beschäfti­gun­gen (der­zeit bis 450,00 EUR) und in vol­lem Um­fang ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Ar­beits­verhält­nis­sen (der­zeit über 850,00 EUR). Die da­zwi­schen lie­gen­den Mo­nats­ver­diens­te bil­den die sog. Gleit­zo­ne.

Der glei­ten­de Über­gang von ei­ner ge­rin­gen Be­las­tung mit Steu­ern und So­zi­al­ab­ga­ben bei 450-Eu­ro-Jobs bis hin zur re­gulären Be­las­tung mit Steu­ern und Ab­ga­ben ab ei­nem Ein­kom­men von mehr als 850,00 EUR, d.h. die Be­las­tung von Löhnen zwi­schen 450,01 EUR und 850,00 EUR wird so durch­geführt, dass der Ar­beit­ge­ber die auf ihn ent­fal­len­den "ganz nor­ma­len" So­zi­al­ab­ga­ben ent­rich­tet, der Ar­beit­ge­ber da­ge­gen auf der Grund­la­ge ei­nes künst­lich "her­un­ter­ge­rech­ne­ten" Brut­to­lohns.

Die­ser künst­li­che Brut­to­lohn ist am un­te­ren En­de der Gleit­zo­ne er­heb­lich ge­rin­ger als der wirk­li­che Lohn und nähert sich erst am obe­ren En­de der Gleit­zo­ne im­mer mehr dem wirk­li­chen Lohn an.

Trotz der ver­min­der­ten Bei­trags­last in der Gleit­zo­ne ha­ben Ar­beit­neh­mer An­spruch auf al­le Leis­tun­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung. Ins­be­son­de­re Geld­leis­tun­gen der ver­schie­de­nen Zwei­ge der So­zi­al­ver­si­che­rung, d.h. Kran­ken­geld und Lohn­er­satz­leis­tun­gen des Ar­beits­am­tes, wer­den nach dem ver­si­cher­ten Brut­to­ein­kom­men be­rech­net.

Ei­ne Aus­nah­me gilt nur für die Ren­ten­ver­si­che­rung: Hier er­wirbt der Ar­beit­neh­mer Ent­gelt­punk­te nur auf der Grund­la­ge des her­un­ter­ge­rech­ne­ten Brut­to­lohns. Da­her be­steht die Möglich­keit, auf die An­wen­dung der Gleit­zo­nen­re­ge­lung bei der Ren­ten­ver­si­che­rung zu ver­zich­ten, d.h. den Ren­ten­bei­trag zur Ver­mei­dung von Bei­trags­ausfällen frei­wil­lig auf­zu­sto­cken.

Die Be­steue­rung des Ar­beits­ein­kom­mens in der Gleit­zo­ne er­folgt nicht pau­schal, son­dern re­gulär auf den Ba­sis des für den Ar­beit­neh­mer maßgeb­li­chen Steu­er­sat­zes.

Da die Gleit­zo­nen­beschäfti­gung ei­ne im Prin­zip ganz nor­ma­le Beschäfti­gung ist, ist für die Mel­dun­gen zur So­zi­al­ver­si­che­rung und für den Ein­zug der So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge nicht die Mi­ni­job-Zen­tra­le zuständig, son­dern die Kran­ken­kas­se, in der der Ar­beit­neh­mer ver­si­chert ist.

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Letzte Überarbeitung: 14. Juli 2016

Bewertung: Ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung, Mi­ni­job 4.0 von 5 Sternen (13 Bewertungen)

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