Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Handbuch Arbeitsrecht
Nach Alphabet

Ar­beits­be­reit­schaft

In­for­ma­tio­nen zum The­ma Ar­beits­be­reit­schaft: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht

Le­sen Sie hier, was man un­ter Ar­beits­be­reit­schaft ver­steht und wo­durch sie sich von an­de­ren fle­xi­blen For­men der Ar­beits­zeit un­ter­schei­det.

Im Ein­zel­nen fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wor­in der Un­ter­schied zum Be­reit­schafts­dienst und zur Ruf­be­reit­schaft be­steht, wie Zei­ten ei­ner Ar­beits­be­reit­schaft ver­gü­tet wer­den und ob Ar­beits­be­reit­schafts­zei­ten als "Ar­beits­zeit" im Sin­ne des Ar­beits­zeit­ge­set­zes (Arb­ZG) zäh­len.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Was versteht man unter Arbeitsbereitschaft?

Ar­beits­be­reit­schaft liegt vor, wenn sich der Ar­beit­neh­mer an sei­nem Ar­beits­platz auf­hal­ten und je nach Be­darf von sich aus je­der­zeit die Ar­beit auf­neh­men muss, falls das er­for­der­lich ist.

Cha­rak­te­ris­tisch für die Ar­beits­be­reit­schaft ist die Pflicht zur An­we­sen­heit und zur Be­ob­ach­tung der Si­tua­ti­on bei gleich­zei­ti­gem „Leer­lauf“. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat die Ar­beits­be­reit­schaft da­her de­fi­niert als „Zeit wa­cher Auf­merk­sam­keit im Zu­stand der Ent­span­nung“.

Die­se Form der Ar­beit ver­rich­tet z.B. ein Verkäufer während der Zeit, in der sich kei­ne Kun­den im La­den auf­hal­ten.

Worin unterscheidet sich die Arbeitsbereitschaft vom Bereitschaftsdienst?

Beim Be­reit­schafts­dienst muss sich der Ar­beit­neh­mer zwar im Be­trieb auf­hal­ten, aber nicht am Ar­beits­platz, und er muss auch nicht so­fort zur Ar­beits­auf­nah­me be­reit sein, son­dern kann le­sen, schla­fen oder fern­se­hen. Da­her kann zwi­schen der Not­wen­dig­keit, die Ar­beit auf­zu­neh­men, und der Ar­beits­auf­nah­me beim Be­reit­schafts­dienst ei­ne länge­re Zeit ver­ge­hen als bei der Ar­beits­be­reit­schaft.

Aus die­sen Gründen war der Be­reit­schafts­dienst bis 2006 nicht als voll­wer­ti­ge Ar­beits­zeit als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Ar­beits­zeit­ge­set­zes (Arb­ZG) an­er­kannt. Auf­grund der Recht­spre­chung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs (EuGH) und der da­durch an­ges­toßenen Re­form des Arb­ZG gibt es an die­ser Stel­le aber mitt­ler­wei­le kei­nen Un­ter­schied mehr zwi­schen ei­ner Ar­beits­be­reit­schaft und dem Be­reit­schafts­dienst, denn bei­de For­men von Ar­beit zählen als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Arb­ZG.

Worin unterscheidet sich die Arbeitsbereitschaft von einer Rufbereitschaft?

Bei der Ruf­be­reit­schaft muss sich der Ar­beit­neh­mer zwar eben­so wie beim Be­reit­schafts­dienst dar­auf ein­stel­len, dass er zur Ar­beit her­an­ge­zo­gen wird, aber er muss sich dafür nicht im Be­trieb auf­hal­ten oder gar am Ar­beits­platz. Viel­mehr darf er zu Hau­se sein oder bei Freun­den oder im Ki­no, nur dass er da­bei ständig über Han­dy oder Piep­ser er­reich­bar sein muss, falls es nötig sein soll­te.

Die Ruf­be­reit­schaft zählt da­her nicht als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Arb­ZG. Sie wird auch meis­tens nur mit ei­ner klei­nen Pau­scha­le vergütet, denn bei ei­ner Ruf­be­reit­schaft ist es meist nur sel­ten nötig, in den Be­trieb zu fah­ren, um dort zu ar­bei­ten. Meist genügen kur­ze un­terstützen­de Te­le­fo­na­te mit den Kol­le­gen im Be­trieb.

Wie werden Zeiten der Arbeitsbereitschaft vergütet?

Da Zei­ten der Ar­beits­be­reit­schaft ge­genüber der nor­ma­len Vol­l­ar­beit mit ei­ner we­ni­ger in­ten­si­ven Be­las­tung des Ar­beit­neh­mers ver­bun­den sind, wer­den Ar­beits­be­reit­schafts­zei­ten manch­mal ge­rin­ger be­zahlt als an­de­re Zei­ten, während de­rer in­ten­si­ver ge­ar­bei­tet wird.

In wel­cher Höhe Ar­beits­be­reit­schaft ent­lohnt wird, ist von den Re­ge­lun­gen des Ar­beits­ver­trags oder ei­nes auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­ba­ren Ta­rif­ver­trags abhängig. Mögli­cher­wei­se fin­den sich auch Re­ge­lun­gen hier­zu in ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung.

Gibt es sol­che spe­zi­el­len Re­ge­lun­gen nicht, müssen Zei­ten der Ar­beits­be­reit­schaft al­ler­dings wie "nor­ma­le Ar­beits­zei­ten" be­zahlt wer­den, denn dass es nichts zu tun gibt, ist nicht das Pro­blem des Ar­beit­neh­mers, son­dern das Ri­si­ko des Ar­beit­ge­bers.

Zählt Arbeitsbereitschaft zur Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes?

Ar­beits­be­reit­schaft war schon im­mer als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Arb­ZG an­er­kannt.

Das er­gibt sich aus § 7 Abs.1 Nr.1.a) Arb­ZG, wo­nach die Ar­beits­zeit ab­wei­chend von § 3 Arb­ZG - bei Be­ste­hen ei­ner ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lung - auf über zehn St­un­den verlängert wer­den kann, wenn in die Ar­beits­zeit re­gelmäßig und in er­heb­li­chem Um­fang Ar­beits­be­reit­schaft fällt. Die­se Re­ge­lung wäre un­verständ­lich, würde die Ar­beits­be­reit­schaft nicht als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Arb­ZG zählen.

Da die Ar­beits­be­reit­schaft als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Arb­ZG an­zu­se­hen ist, ist Ar­beits­be­reit­schaft in der Re­gel nur bis zu acht St­un­den pro Werk­tag, d.h. nur bis zu 48 St­un­den pro Wo­che zulässig. Bei Verlänge­run­gen auf bis zu zehn St­un­den pro Tag ist ein Zeit­aus­gleich zu gewähr­leis­ten, d.h. im Aus­gleichs­zeit­raum von sechs Mo­na­ten oder von 24 Wo­chen dürfen pro Tag im Durch­schnitt acht St­un­den nicht über­schrit­ten wer­den.

Nähe­re In­for­ma­tio­nen zu die­sen Fra­gen fin­den Sie un­ter dem Stich­wort "Ar­beits­zeit und Ar­beits­zeit­recht".

Wo finden Sie mehr zum Thema Arbeitsbereitschaft?

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Ar­beits­be­reit­schaft in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:

Kom­men­ta­re un­se­res An­walts­teams zu ak­tu­el­len Fra­gen rund um das The­ma Ar­beits­be­reit­schaft fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 30. Juni 2016

Bewertung: Ar­beits­be­reit­schaft 5.0 von 5 Sternen (2 Bewertungen)

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Autorenprofil

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880