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Ruf­be­reit­schaft

In­for­ma­tio­nen zum The­ma Ruf­be­reit­schaft: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, was man un­ter Ruf­be­reit­schaft ver­steht und was die­se Form des Diens­tes, die in der Pra­xis meist im ärzt­li­chen Dienst im Kran­ken­haus vor­kommt, vom Be­reit­schafts­dienst un­ter­schei­det.

Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wie Ruf­be­reit­schaf­ten ver­gü­tet wer­den und ob Zei­ten, die im Rah­men ei­ner Ruf­be­reit­schaft ge­leis­tet wer­den, als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Ar­beits­zeit­ge­set­zes an­zu­se­hen sind.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Was versteht man unter Rufbereitschaft?

Während ei­ner Ruf­be­reit­schaft muss der Ar­beit­neh­mer nicht un­be­dingt ar­bei­ten, son­dern hat sich nur für ei­nen mögli­cher­wei­se not­wen­di­gen Ar­beits­ein­satz be­reit zu hal­ten. In­so­fern ähnelt die Ruf­be­reit­schaft der Ar­beits­be­reit­schaft und dem Be­reit­schafts­dienst.

An­ders als beim Be­reit­schafts­dienst kann sich der Ar­beit­neh­mer bei ei­ner Ruf­be­reit­schaft an ei­nem von ihm selbst gewähl­ten Ort außer­halb des Be­triebs auf­hal­ten. Al­ler­dings muss er per Te­le­fon, Mo­bil­te­le­fon oder Piep­ser er­reich­bar sein, um in­ner­halb ei­ner im vor­aus fest­ge­leg­ten Re­ak­ti­ons­zeit sei­ne Ar­beit auf­neh­men zu können.

Auf­grund der Möglich­keit, sich außer­halb des Be­triebs auf­zu­hal­ten, ist die Ruf­be­reit­schaft ei­ne Form der Tätig­keit, die den Ar­beit­neh­mer we­ni­ger stark be­las­tet als ein Be­reit­schafts­dienst oder ei­ne Ar­beits­be­reit­schaft. Auch un­ter­schei­det sich die tatsächli­che Her­an­zie­hung zur Ar­beit bzw. Vol­l­ar­beit in der Re­gel von den an­de­ren bei­den Dienst­for­men: Vol­l­ar­beit im Rah­men ei­ner Ruf­be­reit­schaft kann oft per Te­le­fon er­le­digt wer­den und bleibt oft vom Um­fang her hin­ter den an­de­ren Dienst­for­men zurück.

Wie werden Zeiten der Rufbereitschaft vergütet?

Da Zei­ten der Ruf­be­reit­schaft den Ar­beit­neh­mer im Ver­gleich zur nor­ma­len Vol­l­ar­beit, aber auch im Ver­gleich zum Be­reit­schafts­dienst we­ni­ger stark be­las­ten, wer­den Ruf­be­reit­schaf­ten in der Re­gel an­ders be­zahlt. Üblich ist ei­ne pau­scha­le Vergütung pro Ruf­be­reit­schaft.

Ob und in wel­chem Um­fang Ruf­be­reit­schaf­ten be­zahlt wer­den, ist von den Re­ge­lun­gen des Ar­beits­ver­trags oder ei­nes auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­ba­ren Ta­rif­ver­trags abhängig.

Zählt Rufbereitschaft zur Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes?

Ruf­be­reit­schaf­ten zählen nicht als Ar­beits­zeit im Sin­ne des Ar­beits­zeit­ge­set­zes (Arb­ZG). Als Ar­beit im Sin­ne des Arb­ZG gilt nur die sog. Her­an­zie­hungs­zeit, al­so die Zeit, die der Ar­beit­neh­mer während ei­ner Ruf­be­reit­schaft tatsächlich an sei­nem Ar­beits­platz mit sei­ner Ar­beit ver­bringt.

Das er­gibt sich aus § 5 Abs.3 Arb­ZG, der zulässi­ge Kürzun­gen der an sich vor­ge­schrie­be­nen elfstündi­gen Ru­he­zeit nach Dienst­schluss be­trifft. § 5 Abs.3 Arb­ZG er­laubt es un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen, dass in Kran­kenhäusern und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen Kürzun­gen der Ru­he­zeit durch In­an­spruch­nah­men während ei­ner Ruf­be­reit­schaft zu an­de­ren Zei­ten aus­ge­gli­chen wer­den. Die­se Re­ge­lung setzt vor­aus, dass nicht et­wa die Ruf­be­reit­schaft als sol­che die Ru­he­zeit kürzt (und da­mit als Ar­beit zu be­wer­ten ist), son­dern nur die Her­an­zie­hungs­zeit.

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Letzte Überarbeitung: 14. Juli 2016

Bewertung: Ruf­be­reit­schaft 3.0 von 5 Sternen (25 Bewertungen)

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